Die Zahl der Elektroautos steigt kontinuierlich, und mit jedem neuen Fahrzeug verändert sich auch das Ladeverhalten. Während viele noch an öffentliche Schnellladestationen oder Autobahnraststätten denken, zeigt die Realität etwas anderes. Die meisten Ladevorgänge passieren dort, wo Menschen ohnehin Zeit verbringen: zu Hause, am Arbeitsplatz oder am Aufenthaltsort wie Hotels, Ferienwohnungen oder Betrieben. Mit zunehmender Verbreitung von Elektrofahrzeugen wird Laden immer weniger als eigener „Tankvorgang“ wahrgenommen, sondern als beiläufiger Teil des Alltags. Das Fahrzeug wird geladen, während man schläft, arbeitet oder zu Gast ist. Genau dadurch entsteht ein wachsender Bedarf an Ladepunkten direkt vor Ort. Öffentliche Infrastruktur allein kann diesen Bedarf langfristig nicht abdecken, vor allem nicht dort, wo Menschen mehrere Stunden parken. Betreiber von Gebäuden und Parkflächen werden daher zunehmend Teil der Ladeinfrastruktur, oft ohne sich ursprünglich als Energieanbieter gesehen zu haben. Entscheidend ist dabei nicht die maximale Ladeleistung, sondern die Verfügbarkeit und Einfachheit. Je unkomplizierter der Ladevorgang ist, desto eher wird er genutzt. Mit jedem zusätzlichen Elektroauto steigt also nicht nur der Stromverbrauch, sondern vor allem die Nachfrage nach einfachen, alltagsnahen Lademöglichkeiten genau dort, wo Menschen sich ohnehin aufhalten.